Back to the roots – oder doch nur alles wahlpolitische Taktiererei?
Geschrieben von Ilona Küchler, Sprecherin Kreisverband Mettmann
Sunday, 3. May 2009
Back to the roots –
oder doch nur alles wahlpolitische Taktiererei?
„Arbeit für alle bei fairem Lohn“ – so das Motto der DGB-Kundgebungen am 1.
Mai, dem Arbeiterkampftag.
In Hilden sprach Peer Steinbrück. Ja, und dieser nutzte die Gelegenheit erst einmal um
uns Bürgern die Tragweite der Finanz- und
Wirtschaftskrise zu erläutern. Wie wichtig es sei, dass die Banken mit Hilfe
eines Rettungspaktes in Höhe vonknapp 500 Milliarden gestützt werden.Denn, so erklärte uns Steinbrück: “Wenn es
die Banken treffe, treffe es uns alle.“Nur was er in diesem Zusammenhang galant verschweigt -Dass am Ende nicht die, die diese Krise
verursacht haben zur Kasse gebeten werden, sondern der Bürger die Zeche zahlen.
Die ersten Auswirkungen bekommt der „kleine Mann“
bereits seit Wochen zu spüren. Die Zahl der Kurzarbeiter steigt stetig an. Die Angst
vor Arbeitsplatzverlust macht sich bei den Menschen breit. Und hier sind es
wiedereinmal die Leiharbeiter, die zu
spüren bekommen, welche Nachteile diese Form der Beschäftigung mit sich bringt.
Nicht nur, dass Leiharbeiter für geringere Löhne arbeiten als die
Stammbelegschaft, sie sind auch die ersten die „verabschiedet“ werden. Aber
davon spricht der Finanzminister nicht. Auch nicht davon, dass sein ehemaliger
Genosse Wolfgang Clement, als Superminister für die Reform der Leiharbeit
verantwortlich war. Übrigens: Clement ist Aufsichtsratmitglied bei DIS, der –
so heißt es - fünftgrößten Leiharbeitsfirma in Deutschland! Darüber verliert er
natürlich kein Wort. Was wir auch nicht erwartet haben.
Doch dann staunen wir nicht schlecht, als wir
Steinbrück sagen hören:„Es sei ein
Skandal, dass Menschen 40 Stunden pro Woche arbeiten, davon aber die eigene
Existenz nicht finanzieren können. Für eine funktionierende Wirtschaft müssten
daher Mindestlöhne vereinbart werden.“ Und er redet von der Notwendigkeit der
Verlängerung der Altersteilzeitregelung, so wie von der Heraufsetzung des
Spitzensteuersatzes.
Und gerade als wir denken, die SPD sei zu ihren
Wurzeln zurückgekehrt, erinnern wir uns; dass es gerade diese SPD war, die im
Bundestag gegen die Einführung eins flächendeckenden Mindestlohnes stimmte.
Auch die Verlängerung der Altersteilzeitregelung und die Heraufsetzung des
Spitzensteuersatzes stießen bei der SPD im Bundestag auf Ablehnung.
Und wir erinnern uns an die Wahlversprechen vor
der Bundestagswahl 2005: Mit der SPD, so konnten wir seinerzeit vernehmen, wird
es keine Mehrwertsteuererhöhung geben. Leistungskürzungen in der stationären
Pflege? – Mit der SPD nicht zu machen. Nach der Wahl wolle man die unteren
Einkommen entlasten. Die Entlastungen sollten mit höheren Steuern für
Wohlhabende gegenfinanziert werden. Auch das waren Versprechen der SPD an die
Wähler. Steinbrück, so kann man den Eindruck gewinnen, ist scheinbar nicht nur
unser Finanzminister, sondern vor allem ein hervorragender Märchenerzähler!
Aber da es ja laut Franz Müntefering unfair wäre,
die SPD an ihren Wahlversprechen zu messen, lassen wir das und messen sie an
ihren Taten. Und so kommen wir zu dem Schluss, dass es sich wohl auch dieses
Mal lediglich um wahlpolitische Taktiererei handelt.
Also dann
doch lieber gleich das „Original“ wählen. Denn: DIE LINKE spricht nicht nur vom
Mindestlohn, von der Verlängerung der Altersteilzeitregelung und der
Heraufsetzung des Spitzensteuersatzes – DIE LINKE macht sich dafür stark – nicht
nur in ihrem Wahlprogramm, auch im Bundestag!!